Wie viel kostet ein Pferd?

Wie viel es kostet, ein Pferd zu kaufen, ist eine Sache. Wie hoch die laufenden Kosten für ein Pferd im Monat sind, eine komplett andere. Wir haben errechnet, dass man 300 bis 700 € einplanen sollte, um die monatlichen Kosten für ein Pferd zu decken.

Ein Pferd kann ein Partner fürs Leben werden.

In diesem Artikel schauen wir uns an, wie viel Pferde bei der Anschaffung kosten und welche Gedanken man sich im Vorfeld machen sollte. Außerdem besprechen wir, wie hoch die monatlichen Haltungskosten für ein Pferd sind und welche Alternativen es gibt.

Wie viel kostet es, ein Pferd zu kaufen?

Wie Sie sich sicherlich vorstellen können, verhält es sich mit dem Kaufpreis eines Pferdes genauso wie mit dem Preis anderer Dinge, die Sie kaufen können. Würden Sie gefragt werden, was ein Auto kostet, so würden Sie wahrscheinlich antworten: „Es kommt darauf an, was für ein Auto man kaufen möchte“.

Genauso ist es mit dem Kaufpreis eines Pferdes. Erschwerend kommt hinzu, dass der Pferdemarkt vergleichsweise intransparent ist. Entscheiden Sie sich beispielsweise einen Toaster zu kaufen, so können Sie auf Vergleichsportalen im Internet bei unterschiedlichen Händlern Preise für eben diesen Toaster abfragen und beim günstigsten Anbieter zuschlagen.

Beim Pferd fällt diese einfache Vergleichsmöglichkeit weg. Natürlich kann man sich auch hier online einen Überblick über den Pferdemarkt und das Preisgefüge verschaffen. Trotzdem bleibt es ein lebendiges Individuum, dessen Wert von so vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig ist, sodass eine objektive Bewertung immer eine große Herausforderung bleibt.

Augen auf beim Pferdekauf

Doch auch beim Pferdekauf gilt am Ende: Sie bezahlen, was Sie bekommen. Nur in Ausnahmefällen ist ein günstiger Kaufpreis ein “Schnäppchen”. Viel häufiger verbirgt sich hinter einem günstigen Preis eine unangenehme Überraschung, die erst einige Zeit nach dem Kauf zutage treten kann.

Erfahrungsgemäß nehmen gerade unerfahrene Pferdebesitzer zu wenig Geld für den Kauf in die Hand und erkennen unrealistisch niedrige Kaufpreise nicht. Lassen Sie mich Ihnen einen kleinen Einblick in die „Produktionskosten“ eines Warmblutpferdes in Deutschland geben.

Um ein Fohlen zu groß zu ziehen, benötigt der Züchter eine Zuchtstute, deren Unterhaltskosten (Fütterung, Stall, Schmied, Tierarzt) auf den Wert des Fohlens umgelegt werden müssen. Hinzu kommt die sogenannte Decktaxe, die an den Hengsthalter für den Samen zu entrichten ist. Diese Gebühr kann zwischen 500 € bis zu mehreren tausend Euro betragen.

Außerdem ist zu bedenken, dass sowohl um die Besamung als auch um die Abfohlung und im Fohlenalter häufig beträchtliche Tierarztkosten entstehen, die zusätzlich gedeckt werden müssen.

Überschlägt man diese Kosten, gelangt man leicht im mittlere, eher höheren vierstelligen Bereiche für die „Produktionskosten“ eines Absetzerfohlens. Freilich sind hier noch keine Kosten für weitere Unterbringung und das Anreiten inkludiert. 

Kaufpreise für Pferde

Die folgende Tabelle soll nur als grobe Orientierung für Kaufpreise für Pferde dienen. Im wirklichen Leben gibt es aus genannten Gründen erhebliche Preisspannen, die von vielen individuellen Faktoren abhängen.

PferderassePreis in Euro
Haflinger2000 – 10.000
Islandpferd5000 – 20.000 (auch deutlich mehr)
Tinker2000 -8000
Warmblut Freizeit4000 – 15.000
Dressurpferd ausgebildetab 50.000
Springpferd ausgebildetab 50.000
Quarter Horse4000 – 12.000

Im Internet gibt es mittlerweile Vergleichsportale, die den Marktwert eines Pferdes anhand von Rasse, Alter, Geschlecht und Ausbildungsstand recht genau ermitteln können.

Wie hoch sind die laufenden Kosten für ein Pferd?

Natürlich spielt der Kaufpreis für ein Pferd eine gewichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung. Was allerdings nicht zu unterschätzen ist, sind die monatlichen Kosten, die auf den frisch gebackenen Pferdehalter zukommen.

In vielen Fällen kommen über die Jahre Summen zusammen, die den anfänglichen Kaufpreis des Pferdes bei weitem übersteigen. Also schauen wir uns kurz an, wie viel ein Pferd im Monat etwa kostet.

Wie viel kostet es, ein Pferd zu halten?

PostenKosten pro Jahr
Stallmiete 200 – 600 € im Monat2400 – 7200 € 
Zusatzfutter ca. 20€240 €
Impfung 2x jährlich Tetanus, Influenza & Herpes150 -200  €
Zahnbehandlung150 – 200 €
sonstige Tierarztkosten (evtl. Rücklagen)500 €
Haftpflichtversicherung80 €
Hufschmied 6x400 – 500 €
Ausrüstung300 €
Gesamt4180 – 8200€
Laufende Kosten für ein Pferd

Wir landen also bei etwa 4000 bis 8200 € laufenden Kosten für ein Pferd im Jahr. Das bedeutet, im Monat würde ein Pferd ungefähr 330 bis 680 € kosten.

Es gibt viele Variablen bei den Kosten

Dieser Überschlagsrechnung liegen einige variable Faktoren zugrunde. Natürlich können Sie einiges sparen, wenn Sie Ihr Pferd in einem günstigeren Offenstall unterbringen oder gar den Luxus genießen einige Boxen am Haus zu besitzen.

Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass Sie die errechneten Kosten sogar übersteigen. Beispielsweise die Mietpreise für Pferdeboxen können in einigen Ballungszentren auch über 600 € liegen. Außerdem sind in unserer Rechnung noch keine Ausgaben für Reitunterricht oder andere Kosten, die anfallen, wenn Sie auf Turnieren starten möchten (Pferdehänger, Meldegebühren und zusätzliche Ausrüstung).

Nicht vernachlässigt werden dürfen auch die Kosten für den Tierarzt. Eine Reserve von 500 € in Jahr einzuplanen ist mit Sicherheit eine gute Idee. Im günstigsten Fall muss diese Summe nicht angetastet werden. Doch auch dann ist es ratsam, das Geld zurückzulegen und als Reserve für aufwändigere Behandlungen oder gar lebensrettende Operationen, deren Kosten schnell in den mittleren vierstelligen Bereich steigen können, zu sparen. 

TippLies hier 10 Maßnahmen, wie Du Tierarztkosten sparen kannst.

Alternativen zum Pferdekauf

Wie die meisten potenziellen Pferdekäufer hegen Sie wahrscheinlich schon lange Zeit den Traum eines Tages ein eigenes Pferd zu besitzen. Die Beweggründe ein eigenes Pferd als Weggefährten zu haben sind vielfältig.

Doch nicht immer muss der Wunsch Zeit mit Pferden zu verbringen oder dem Reitsport nachzugehen im Pferdekauf münden. In einigen Fällen kann es auch sinnvoll sein, die Anschaffung des eigenen Pferdes zu vertagen oder sich gar ganz von diesem Gedanken zu verabschieden.

Zum Glück sind Pferde Tiere, die sehr alt werden können, immer häufiger trifft man auf Pferde, die älter als 30 Jahre alt sind. Diese lange Lebensspanne gibt uns die Chance, eine sehr lange Zeit mit unserem Kameraden zu verbringen.

Auf der anderen Seite führt sie dazu, dass es auch eine große Anzahl „abgestellter Pferde“ gibt. Dies sind häufig ehemalige Kinderponys, deren Besitzerinnen schlicht zu groß geworden sind, sie zu reiten. Aus diesem Grund sollen an dieser Stelle einige Alternativen zum sofortigen Kauf des eigenen Pferdes aufgezeigt werden.

Reitverein

Die erste Erfahrung im Umgang mit Pferden sammeln die meisten Menschen heutzutage im Kindesalter mit Schulpferden. Schulpferde werden in der Regel von Reitvereinen gehalten, um pferdeinteressierten Menschen den ersten Kontakt zum Pferd zu ermöglichen.

Dies gibt sowohl Kindern als auch Erwachsenen die Möglichkeit erste Erfahrungen im Umgang mit den großen Tieren zu sammeln. Außerdem kann man auf günstige Weise ausprobieren, ob die Reiterei als Hobby auf lange Sicht infrage kommt.

Ein Pferd mieten statt kaufen – Reitbeteiligung

Eine Reitbeteiligung ist eine sehr gute Alternative zum tatsächlichen Besitz eines Pferdes. Sie ist ein Übereinkommen zwischen einem Pferdebesitzer und jemandem, der das Pferd regelmäßig gegen eine Beteiligung an den laufenden Kosten nutzen darf.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • niedrigere Kosten (keine Anschaffung, laufende Kosten nur anteilig)
  • kein finanzielles Risiko im Krankheitsfall
  • kein Verlustrisiko des Pferdes durch Krankheit oder Tod
  • zeitlich flexibler, kann gekündigt werden

Neben den niedrigeren Kosten und der höheren Flexibilität hat die Reitbeteiligung den Vorteil, dass auf diese Weise reiterliche Erfahrung auf unterschiedlichen Pferden gesammelt werden kann.

Denkbar wären zum Beispiel mehrere Reitbeteiligungen gleichzeitig oder nacheinander auf unterschiedlichen Pferden. Eine Reitbeteiligung zu finden, ist meist nicht sehr schwierig. Hören Sie sich in den umliegenden Reitställen um, häufig existieren auch „Schwarze Bretter“ in Stallgassen mit Angeboten.

Wer dort nicht fündig wird, kann natürlich auch im Internet in einer der zahlreich vorhandenen Börsen auf die Suche gehen.

Ein Pferd Leasen

Das Leasing ist eine Finanzierungsmöglichkeit, die Sie wahrscheinlich vom Autokauf kennen. Mittlerweile kann fast alles geleast werden, so auch Pferde. Der Unterschied zum tatsächlichen Kauf liegt vorrangig in der Finanzierung und bietet sich daher in erster Linie für gewerbliche Pferdekäufer (Reitschulen und Berufsreiter) an. Dies hat betriebswirtschaftliche und steuerliche Gründe, die für den privaten Pferdekäufer größtenteils nicht relevant sind. Aus diesem Grund sei diese Alternative nur am Rande erwähnt.

Mehr zu Thema finden Sie hier.

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