Ödeme und Schwellungen beim Pferd

Bei Ödemen handelt es sich um Schwellungen, die aufgrund vermehrter Wassereinlagerung auftreten. Sie kommen beim Pferd häufig vor und sind in vielen Fällen Anlass zur Sorge von Pferdebesitzern. In den meisten Fällen treten Ödem entweder am Kopf, unter dem Bauch, an der Brust oder an den Beinen auf.

In diesem Artikel gehen wir kurz auf die Ursachen und Bedeutung der unterschiedlichen Ödeme beim Pferd ein und besprechen, was du tun solltest, wenn ein Ödem bei deinem Pferd auftritt.

Was ist ein Ödem?

Ein Ödem ist eine Schwellung, die durch eine vermehrte Einlagerung von Wasser im Gewebe bedingt ist. Doch warum lagert sich zusätzliches Wasser an bestimmten Körperstellen deines Pferdes ab? Hierfür gibt es unterschiedliche Ursachen:

  • Eine lokale Entzündung kann zu einer Schwellung mit Ödem führen. Dies kann sowohl aufgrund einer Infektion geschehen. Dann ist das Ödem meistens prall, heiß und schmerzhaft und man spricht von einer Phlegmone oder „Einschuss“, wenn dies an einer der Gliedmaßen auftritt.
  • Eine allergische Reaktion kann ebenfalls zur Ödembildung beim Pferd führen. Verantwortlich für Schwellungen dieser Art sind in vielen Fällen Insektenstiche oder die Unverträglichkeit eines Futtermittels.
  • Erkrankungen innerer Organe wie Herz – und Lungenerkrankungen sind seltenere Ursachen für Ödeme, genau wie Erkrankungen von Niere und Leber. Allerdings sollte bei längerem Bestehen von Ödemen auf Krankheiten dieser Organe untersucht werden.
  • Störungen des Lymphabflusses wiederum kommen insbesondere bei älteren Pferden regelmäßig vor und stellen eine relativ harmlose Ursache für Ödeme dar.

Unterbauchödem beim Pferd 

Ödeme unter dem Bauch des Pferdes können unterschiedliche Ursachen haben. Es kommen Verletzungen des Rumpfes oder der inneren Organe, hierbei sackt die Flüssigkeit einfach der Schwerkraft folgend an den tiefsten Punkt und sammelt sich dort als Ödem. Allerdings kommen auch Krankheiten von Herz, Lunge, Niere und Leber in Betracht. Auch bei Zuchtstuten um die Geburt kommen Unterbauchödeme regelmäßig vor. 

In den meisten Fällen sind beim Pferd Wassereinlagerungen unter dem Bauch harmlos. Man kann sie in der Regel auf einen gestörten Lymphabfluss zurückführen. In der Regel gehen Unterbauchödeme innerhalb weniger Tage wieder zurück. Leichte Bewegung hilft dabei dem Körper, das Ödem zu resorbieren.

Wann den Tierarzt rufen?

Da auch Erkrankungen der inneren Organe oder Infektionen als Ursache infrage kommen, sollte das Allgemeinbefinden des Pferdes regelmäßig kontrolliert werden. Es bietet sich an, die Temperatur zu messen und zu prüfen, ob die Schwellung unter dem Bauch deines Pferdes schmerzhaft oder vermehrt warm ist. Sollte dies der Fall sein, ist es ratsam, einen Tierarzt hinzuzuziehen. Auch solltest du dein Pferd untersuchen lassen, wenn das Ödem unter dem Bauch deines Pferdes nach mehreren Tagen nicht verschwindet.

Brustödeme beim Pferd

Ödeme und Schwellungen zwischen den Vorderbeinen und unter der Brust deines Pferdes können mehrere Ursachen haben. Eine kann eine vorangegangene Impfung sein. Viele Tierärzte nutzten die Brustmuskulatur zum Impfen, wobei es in seltenen Fällen zu einer leichten Schwellung kommen kann. Dabei sackt die Schwellung typischerweise an den tiefsten Punkt der Brust ab und bildet dort ein Säckchen. Du kannst die Stelle mit etwas kühlender Salbe versorgen, dann sollte die Schwellung bald abklingen.

Eine andere Art von Stich ist ein weiterer Grund, der an dieser Stelle gerne zu Schwellungen führt. Nämlich der Insektenstich. Weil das Gewebe an der Vorderbrust des Pferdes sehr locker ist, gibt es an dieser Stelle eine ausgeprägtere Neigung zu Schwellungen. Auch in diesem Fall sollte sich das Problem mit etwas kühlender Pflege nach kurzer Zeit erledigt haben.

Einen Tierarzt solltest du wiederum hinzuziehen, wenn sich das Ödem über mehrere Tage nicht zurückbildet oder Anzeichen einer Entzündung erkennbar sind: Hitze, Schmerz, Fieber usw.

Ödeme am Kopf des Pferdes

Kopfödeme sind beim Pferd in vielen Fällen die Folge allergischer Reaktionen. Meist ist der gesamte Kopf diffus geschwollen, wobei die Nüstern, das Maul und die Kehlregion häufig am stärksten betroffen sind. Die typische Konturierung des Pferdekopfes geht verloren, aus diesem Grund wird ein Kopfödem beim Pferd auch Nilpferdkopf genannt. 

Ursächlich ist, wie oben bereits erwähnt, in den meisten Fällen eine allergische Reaktion. Allerdings ist der Auslöser in den allermeisten Fällen nicht mehr ausfindig zu machen. Eine große Anzahl der Kopfödeme werden zur Sommerzeit auf der Weide festgestellt. Dies lässt die Vermutung zu, dass wahrscheinlich Weidekräuter oder Insekten als Auslöser infrage kommen.

Wann sollte ich bei einem Kopfödem den Tierarzt rufen?

Die meisten allergisch bedingten Schwellungen des Kopfes klingen recht schnell wieder ab. Allerdings sollten sie trotzdem sehr ernst genommen werden. Denn der Kopf schwillt nicht nur äußerlich an, sondern auch die Schleimhäute der Atemwege können anschwellen und diese einengen. Im schlimmsten Fall kommt es zur Atemnot. Aus diesem Grund sollte in jedem Fall auch auf zusätzliche Symptome, wie erhöhte Atemfrequenz, unnormale Geräusche beim Atmen und Unruhe geachtet werden. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, jede allergische Reaktion und vor allem dann, wenn eine Schwellung der Kopf- und Kehlregion vorliegt, dem Tierarzt vorzustellen.

Geschwollene Beine beim Pferd – Röhrbeinödem

Ödeme an den Gliedmaßen sind in den meisten Fällen an den Röhrbeinen oder in der Fesselregion lokalisiert. Bei älteren Pferden oder Pferden mit Lymphabflussstörungen schwellen die Fesseln nach längerem Stehen gerne mal an, viele Reite sprechen dann von „dicken Beinen“. Das Problem erledigt sich größtenteils mit ein wenig Bewegung. Ähnliches passiert, wenn Pferde sehr energie- und getreidereiches Futter bekommen, aber für längere Zeit stehen, auch dann kann es zu dicken Beinen kommen, die nach Bewegung wieder abschwellen.

Ist die Schwellung allerdings einseitig, kann ein orthopädisches Problem oder ein infektiöses Geschehen vorliegen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen beiden. Wenn Erreger die Hautbarriere durchbrechen, kommt es zu einem entzündlichen Ödem, also einer Phlegmone oder Einschuss. Eine Phlegmone kann mit einer erheblichen Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens einhergehen. In schwereren Fällen haben die Pferde Fieber, mögen nicht fressen und lahmen auf dem betroffenen Bein beziehungsweise wollen sich überhaupt nicht bewegen. Zeigt dein Pferd solche Symptome, benötigt es in jedem Fall eine tierärztliche Behandlung.

Wie erwähnt, können auch orthopädische Probleme Grund für eine Schwellung im Röhrbeinbereich sein. Ursächlich sind in vielen Fällen Sehen oder Bänder, die entweder überlastet oder verletzt sein könnten. Generell gilt: Ist die Schwellung leicht, diffus verteilt, nicht heiß und nicht schmerzhaft, kannst du dein Pferd für ein paar Tage schonen und das betroffene Bein kühlen und mit kühlenden Salben* behandeln. Sollte das Röhrbeinödem allerdings stärker ausgeprägt sein ist es in jedem Fall ratsam deinen Tierarzt zu rufen.

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Angelaufene Beine beim Pferd mit Akupressur behandeln

Vieles auf dieser Seite dreht sich um die Akupressur, deswegen möchte ich dir noch ein paar Akupunkturpunkte mit auf den Weg geben, die sich als wirkungsvoll bei Ödemen der Gliedmaßen erwiesen haben. Die Behandlung mit der Akupressur kannst du selber durchführen und sie dient nur zu Unterstützung eventueller tierärztlicher Maßnahmen, ist aber kein Ersatz dafür.

Folgende Akupunkturpunkte sind zur Behandlung von Ödemen beim Pferd geeignet:

Akupressurpunkte für angelaufene Bein beim Pferd

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